Thomson Reuters analysiert Validierungsfehler bei E-Rechnungen in Deutschland
E-Rechnungspflicht: Fast jede fünfte ZUGFeRD-Rechnung ist fehlerhaft
Langenfeld (Rheinland), 20.01.2026 – Seit dem Start der verpflichtenden E-Rechnungsannahme in Deutschland zeigen sich in der Praxis deutliche Qualitätsprobleme. Eine aktuelle Snapshot-Auswertung von Thomson Reuters zeigt: Rund 18 Prozent der per E-Mail eingehenden ZUGFeRD-Rechnungen weisen formale Validierungsfehler auf und werden bereits beim Eingang technisch zurückgewiesen.
Die Analyse basiert auf Rechnungen, die seit dem 19. September 2025 über E-Mail bei der Thomson-Reuters-Plattform ONESOURCE Pagero eingegangen sind. Betrachtet wurden ausschließlich strukturierte elektronische Rechnungen (ZUGFeRD und XRechnung), die ohne vorgelagerte Validierung über ein Netzwerk oder eine direkte Anbindung übermittelt wurden.
ZUGFeRD besonders fehleranfällig
Von allen per E-Mail empfangenen E-Rechnungen entfielen rund 72 Prozent auf das ZUGFeRD-Format, etwa 28 Prozent auf XRechnung (XML). Während XRechnung-Dateien vergleichsweise stabil verarbeitet werden konnten, verursachte nahezu jede fünfte ZUGFeRD-Rechnung einen Validierungsfehler.
Zu den häufigsten Ursachen zählte unter anderem die nicht regelkonforme Nutzung des vorgeschriebenen PDF/A-3-Standards, der für ZUGFeRD zwingend erforderlich ist.
Relevanz für Unternehmen und Compliance
Ungültige oder fehlerhafte E-Rechnungen sind kein rein technisches Problem. Sie können nicht ordnungsgemäß verarbeitet werden und gelten im Zweifel nicht als rechtssichere Rechnungsbelege. Das kann direkte Auswirkungen auf Buchhaltung, Zahlungsprozesse und den Vorsteuerabzug haben.
„Viele Unternehmen unterschätzen, dass eine E-Rechnung nicht nur formal existieren, sondern auch technisch und inhaltlich valide sein muss“, sagt Louis Weinberger, Senior Client Project Manager bei Thomson Reuters. „Gerade bei E-Mail-basierten Prozessen sehen wir, dass Rechnungen oft ohne vorherige Prüfung versendet werden – mit entsprechend hoher Fehlerquote.“
Einordnung und Ausblick
Die ausgewerteten Daten beziehen sich ausschließlich auf per E-Mail empfangene Rechnungen. Andere Übertragungswege wie strukturierte Netzwerke oder Plattformanbindungen weisen erfahrungsgemäß deutlich geringere Fehlerquoten auf, da dort in der Regel automatisierte Vorab-Validierungen greifen.
„Der Snapshot zeigt vor allem eines: Ohne systematische Validierung steigt das Risiko deutlich“, ergänzt Martin Bannik, Enterprise Account Executive Tax & Trade bei Thomson Reuters. „Mit Blick auf die kommenden E-Rechnungs- und Meldepflichten in Deutschland und Europa ist das ein klares Signal an Unternehmen, ihre Prozesse frühzeitig abzusichern.“
Thomson Reuters plant, die Datenerhebung künftig weiter auszubauen, um die Entwicklung von Fehlerquoten bei E-Rechnungen noch präziser beobachten zu können.
Über Thomson Reuters
Thomson Reuters (TSX/Nasdaq: TRI) unterstützt Fach- und Führungskräfte dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen, indem das Unternehmen vertrauenswürdige Inhalte mit leistungsstarker Technologie verbindet. Thomson Reuters bedient Kundinnen und Kunden aus den Bereichen Recht, Steuern, Rechnungswesen, Compliance, öffentliche Verwaltung und Medien. Die Produkte von Thomson Reuters vereinen hochspezialisierte Softwarelösungen und fundierte Erkenntnisse, um Fachleute mit den Daten, der Intelligenz sowie den Lösungen auszustatten, die sie für tragfähige Entscheidungen benötigen. Gleichzeitig unterstützt das Unternehmen Institutionen weltweit in ihrem Streben nach Gerechtigkeit, Wahrheit und Transparenz. Reuters, ein Unternehmen von Thomson Reuters, ist einer der weltweit führenden Anbieter von unabhängigem und verlässlichem Journalismus und Nachrichten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.tr.com
Pressekontakt
Meggin Burger
comprisma | PR-Agentur
E-Mail: thomsonreuters@comprisma.de
Tel.: +49 (0)89 9 54 57 54 50


Folgen Sie dem VeR auf Social Media