Verband elektronische Rechnung Der Expertenverband der deutschen E-Invoicing Branche

Verpflichtende E-Rechnung ab 2025 ist beschlossene Sache

Bundesrat macht mit Zustimmung zum Wachstumschancengesetz den Weg frei für obligatorische E-Rechnung

Berlin, 22.03.2024 – In seiner heutigen 1042. Plenarsitzung hat der Bundesrat trotz hitziger politischer Debatten in den vergangenen Wochen der Kompromiss-Fassung des Wachstumschancengesetzes (WCG) zugestimmt.

Damit ist nun auch der Weg frei für die stufenweise Einführung der verpflichtenden elektronischen Rechnung (E-Rechnung) in Deutschland – zunächst in Form einer Empfangsverpflichtung für Rechnungsempfänger im B2B-Bereich ab Januar 2025.

Warum ist die E-Rechnung so wichtig für Deutschland?

Welchen Impact die bisher eher „unterhalb des Radars“ in der politischen Diskussion geflogene Digitalisierung des Rechnungsaustauschs zwischen B2B-Geschäftspartnern mit sich bringt, wird erst auf den zweiten Blick klar: Schätzungen der EU-Kommission und des Bundesfinanzministeriums (BMF) zufolge dürfte die Einführung der obligatorischen E-Rechnung in Deutschland nämlich sukzessive zu Steuermehreinnahmen von weit mehr als zehn Milliarden Euro führen – und das pro Jahr!

Der Grund: Der elektronische Rechnungsaustausch ermöglicht zukünftig auch die unmittelbare Vorsteuerabzugskontrolle durch die Finanzverwaltung. Ein digitaler Vorteil, mit dem sich die in Deutschland noch immer klaffende Umsatzsteuerlücke durch Vorsteuerabzugsbetrug und andere unlautere Steuervermeidungspraktiken schon in wenigen Jahren schließen lassen dürfte. Italien und andere EU-Nachbarländern haben das bereits erfolgreich vorgemacht.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Gesetzesänderung: Die obligatorische E-Rechnung dürfte zudem einen erheblichen Digitalisierungsschub bei den betroffenen Geschäftsprozessen in deutschen Unternehmen bewirken. Eine digitaler „Schachzug“, mit dem die zuletzt unter Druck geratene größte Volkswirtschaft der Eurozone wieder an wettbewerbsrelevantem Boden zurückgewinnen dürfte.

So geht es nun mit der E-Rechnung in Deutschland weiter:

  • Ab dem 1. Januar 2025 wird der Empfang einer E-Rechnung gemäß EN16931 für alle deutschen B2B-Geschäfte verpflichtend.
  • Ausnahmen gelten für Rechnungen unter 250 Euro gemäß § 33 UStDV und für Fahrausweise gemäß § 34 UStDV. Auch sind Rechnungen an Verbraucher grundsätzlich nicht betroffen.
  • Nach dem 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2026 können zunächst noch Papierrechnungen sowie E-Rechnungen in Formaten, die nicht den neuen Vorgaben an elektronische Rechnungen entsprechen, ausgetauscht werden.
  • Die Priorität der Papierrechnung entfällt allerdings. Die Zustimmung des Empfängers für den Erhalt von EN16931-konformen E-Rechnungen ist nicht mehr erforderlich. Ganz im Gegenteil: Schon während der zahlreichen Übergangsfristen muss der Rechnungsempfänger der Abweichung von der E-Rechnungs-Verpflichtung bei „sonstigen“ elektronischen Formaten (z.B. PDF-Dokumente) explizit zustimmen.
  • Nach dem 31. Dezember 2026 bis zum 31. Dezember 2027 gilt diese Übergangsregelung nur noch für rechnungsstellende Unternehmen, die weniger als 800.000 Euro Umsatz im Jahr machen.
  • Außerdem: Für bestehende EDI-Verbindungen, in denen jedoch E-Rechnungsformate ausgetauscht werden, die nicht den Vorgaben entsprechen, besteht eine zulässige Übergangsfrist noch bis zum 31. Dezember 2027.

DATEV übernimmt Mehrheit an b4value.net

IT-Dienstleister erschließt sich bewährte Technologie für sicheren digitalen Austausch von Geschäftsdokumenten

DATEV übernimmt die Mehrheit am Netzwerkspezialisten b4value.net GmbH. In dessen Expertise und Technologie sieht der Nürnberger IT-Dienstleister eine hervorragende Möglichkeit, seine Aktivitäten rund um die gesicherte Übermittlung von Geschäftsdokumenten und Daten um die technologische Basis eines spezialisierten Netzwerks zu erweitern. Die Übertragung der Unternehmensanteile ist in zwei Phasen gegliedert. Im ersten Schritt übernimmt DATEV Beteiligungen GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der DATEV eG, eine qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2024. Der Vertrag sieht vor, dass die DATEV Beteiligungen GmbH nach Ablauf von drei Jahren auch die übrigen 25 Prozent erhält und DATEV dann alleiniger Anteilseigner sein wird. Über die Kaufsumme haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Weichenstellung mit bewährter Technologie

Die Beteiligung ist für DATEV eine Investition für künftige Anforderungen von digital transformierten Unternehmen. Insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der E-Rechnungspflicht in Deutschland und der zu einem späteren Zeitpunkt zu erwartenden Meldepflicht steuerrelevanter Rechnungsdaten möchte der IT-Dienstleister von der b4value.net-Infrastruktur profitieren. Mit dem TRAFFIQX® Netzwerk betreibt b4value.net eine etablierte und bewährte Plattform für den sicheren elektronischen Dokumenten- und Datenaustausch im europäischen Raum.

„Rund um zukunftsfähige Prozesse für die Distribution elektronischer Geschäfts- und Rechnungsdaten herrscht derzeit große Dynamik im Markt. Als Genossenschaft der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte ist es unser Auftrag, diese Berufsstände von vorherein in die entstehenden Datenkreisläufe einzubinden, um ihre Arbeit für den Mittelstand auch zukünftig bestmöglich unterstützen zu können“, so DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr. „b4value.net und das TRAFFIQX® Netzwerk stehen in dieser Entwicklung technologisch weit vorne und werden für uns bei dieser Aufgabe eine wertvolle Ergänzung sein.“

„Die Vorteile gut gemachter Digitalisierung sind Kostenreduzierung und Prozessoptimierung – darüber hinaus schont sie Ressourcen. Diesen Nutzen für alle Unternehmen verfügbar zu machen ist von jeher unser Anspruch. Da kleine und mittelständische Unternehmen europaweit den Löwenanteil repräsentieren, freuen wir uns, dass DATEV als Experte für diese Zielgruppe in das TRAFFIQX® Netzwerk investiert. Dies stärkt die Digitalisierungsquote für alle Marktteilnehmer“, so Dieter Keller, Geschäftsführer b4value.net GmbH.

b4value.net bleibt eigenständiger Marktteilnehmer

Auch nach der mehrheitlichen Übernahme durch DATEV wird b4value.net als rechtlich selbständiges Unternehmen weiterhin sein eigenes Leistungsportfolio anbieten. Die für ihre wirtschaftliche Stabilität und Verlässlichkeit bekannte Genossenschaft steht nun zusätzlich für das langfristige Bestehen und die Zuverlässigkeit von b4value.net und des TRAFFIQX® Netzwerks ein. b4value.net wird das TRAFFIQX® Netzwerk nach dem Vollzug der Transaktion auch weiterhin interessierten Marktteilnehmern uneingeschränkt zur Verfügung stellen. Darüber hinaus ändert sich für die Kunden und Netzwerk-Partner wie auch für die Beschäftigten von b4value.net durch die Anteilsübernahme nichts.

DATEV und b4value.net arbeiten bereits seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen. Mit dem Angebot DATEV SmartTransfer ist der IT-Dienstleister Teil des TRAFFIQX® Netzwerks. Künftig möchte DATEV die Infrastruktur und die Technologie von b4value.net zusätzlich nutzen, um sich auch als technische Betreiberin einer Plattform für den sicheren Austausch von Geschäftsdokumenten und Daten zu etablieren. Beide Unternehmen teilen die gleichen Werte in Bezug auf Verlässlichkeit, Vertraulichkeit, Datenschutz und IT-Sicherheit.


Über DATEV eG
Die DATEV eG ist der drittgrößte Anbieter für Business-Software in Deutschland (IDC-Ranking 2023) und einer der großen europäischen IT-Dienstleister. Gegründet 1966, hat die Genossenschaft des steuerberatenden Berufsstandes über 40.000 Mitglieder. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte sie einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg stellt mit Software, Cloud-Lösungen und Know-how eine wichtige Basis bereit für die digitale Zusammenarbeit zwischen dem Mittelstand und den steuerlichen Beraterinnen und Beratern, die sich um die betriebswirtschaftlichen Belange der Betriebe kümmern. Über diese Community unterstützt DATEV insgesamt 2,8 Millionen Unternehmen, Selbstständige, Kommunen, Vereine und Institutionen. Mit rund 8.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet das Unternehmen rund 600.000 Kunden als partnerschaftlicher Lotse durch die Digitalisierung ihrer kaufmännischen Prozesse. Datenschutz, Datensicherheit und steuerliche Compliance haben dabei höchste Priorität.

Über b4value.net
Die b4value.net GmbH ist Gründer und Technologielieferant des TRAFFIQX® Netzwerks – einem Business-Netzwerk zum weltweiten elektronischen Dokumenten- und Datenaustausch zwischen Unternehmen und Government. Zusammen mit namhaften Partnern bietet die b4value.net GmbH weltweit Unternehmen aller Branchen und Größen die Technologie, um Geschäftsprozesse zu automatisieren und die Digitalisierung voranzutreiben – ohne Eingriffe in vorhandene Systeme und Arbeitsweisen. Die b4value.net GmbH ist eines der erfolgreichsten Spin-Offs des Deutschen Forschungsinstituts für künstliche Intelligenz in Kaiserslautern.

Pressekontakt
DATEV eG
Benedikt Leder
Telefon 0911 319-51221
benedikt.leder@datev.de
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www.datev.de/pressefoto

Open Graph - AFI Solutions GmbH Neumitglied

AFI Solutions GmbH tritt dem Verband elektronische Rechnung bei

Bereicherung für die VeR Verbandsgemeinschaft

München, im März 2024 – Die AFI Solutions GmbH ist ein Stuttgarter Anbieter von Softwarelösungen für das Dokumentenmanagement im SAP-Ökosystem. Das Unternehmen hat sich nun dem Verband elektronische Rechnung (VeR) angeschlossen. Durch die Integration in die Gemeinschaft bereichert AFI Solutions das Spektrum des Verbands um weitreichende Expertise in der Dokumentenverarbeitung unter SAP. Hierzu zählen auch ein vollumfänglicher Digitalisierungsservice, der AFI-Cloudservice sowie Archivierungslösungen. Mit der daraus resultierenden Erfahrung stärkt AFI Solutions die Fachkompetenz innerhalb der Verbandsgemeinschaft als neues Mitglied des führenden deutschen Fachverbandes für E-Invoicing.

Richard Luthardt, Vorstand im Verband elektronische Rechnung (VeR), freut sich über den Neuzugang: „Der VeR gewinnt mit AFI Solutions einen weiteren erfahrenen Partner. Damit decken wir zusätzliche wichtige Branchen ab und können die volle Schlagkraft des Verbands nach außen tragen. Auf dem Weg zur Etablierung des elektronischen Rechnungsaustauschs in Deutschland helfen uns solche kompetenten Partner, die unterschiedlichsten Anforderungen der verschiedenen Wirtschaftsbereiche besser zu analysieren und Lösungsansätze für die Einführung der elektronischen Rechnung flächendeckend zu entwickeln.“

VeR-Neumitglied AFI Solutions stellt seinen Kunden innovative SAP-Add-Ons für die Digitalisierung aller papierbasierter Geschäftsprozesse bereit. Das Unternehmen bietet Lösungen zur Digitalisierung und Optimierung von Dokumentenprozessen rund um SAP S/4HANA und SAP ERP, sowohl On-Premises als auch in der Cloud. Die SAP Add-Ons decken den gesamten Purchase-to-Pay- sowie Order-to-Cash-Prozess ab und integrieren hierbei moderne Technologien wie Machine Learning (ML) und Robotic Process Automation (RPA).

Thomas Förster, Geschäftsführer bei der AFI Solutions GmbH, blickt mit großer Spannung auf die Zusammenarbeit im VeR: „Ich freue mich stellvertretend für die gesamte AFI Solutions GmbH darüber, Teil des VeR zu sein und mit gebündeltem Wissen die Chancen der elektronischen Rechnung voranzutreiben. In Deutschland hat die Einführung der E-Rechnung im öffentlichen Sektor bereits zu signifikanten Verbesserungen in der Verwaltungseffizienz und in der Reduktion von Papierverbrauch geführt. Diese Erfolge unterstreichen auch das Potenzial der E-Rechnung im B2B-Bereich. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Arbeit der Verbandsmitglieder nicht nur die Effizienz im Geschäftsleben steigert, sondern auch dazu beiträgt, die digitale Transformation in Deutschland und der Welt voranzutreiben und verschiedene Akteure aus unterschiedlichen Branchen miteinander zu verbinden.“

Verpflichtende E-Rechnung für Deutschlands Wirtschaft kommt im nächsten Jahr

In vielen europäischen Ländern bereits etabliert, setzen sich vermehrt auch deutsche Unternehmen und Institutionen mit der Planung, der Ausgestaltung und dem Einsatz von digitalen Rechnungsaustauschprozessen auseinander. Damit folgen sie der europäischen ViDA-Vision und dem ähnlich gelagerten Ansinnen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Denn letzteres hat die Umstellung auf den verpflichtenden elektronischen Rechnungsaustausch für alle geschäftlichen Transaktionen deutscher Unternehmen im In- und Ausland ab dem Jahreswechsel 2024/25 nicht nur fest im Blick, sondern mit dem Wachstumschancengesetz auch bereits auf der legislativen Ziellinie.

Weitere Informationen zum Expertenverband VeR, seinen Mitgliedern und der E-Rechnung in Deutschland erhalten Sie unter www.verband-e-rechnung.org.


VeR-Experten für Hintergrundgespräche oder Interviews

Gerne unterstützen die VeR-Experten Sie bei Ihrer redaktionellen Arbeit rund um die ViDA-Initiative der EU, die Auswirkungen des Wachstumschancengesetztes (WCG) auf den elektronischen Rechnungsaustausch und dessen Bedeutung für ein digitales Meldesystem zur Umsatzsteuer in Deutschland.

Wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage einfach an:

Björn Berensmann, VeR-Pressereferent
E-Mail: presse@verband-e-rechnung.org
Telefon: 089 95 45 754 51


 

Portrait FörsterThomas Förster
Geschäftsführer, AFI-Solutions GmbH

 

 

 

 

Richard Luthardt
Vorstand, Verband elektronische Rechnung (VeR)

 

 

 

 

 


Über den Verband elektronische Rechnung (VeR)

Der 2009 gegründete Verband elektronische Rechnung (VeR) mit Sitz in München vertritt die Interessen von Dienstleistern im Bereich der elektronischen Rechnungs- und Dokumentenverarbeitung und diesen nahestehenden Unternehmen. Der Verband versteht sich damit als Sprachrohr der gesamten E-Invoicing-Wirtschaft. Im Auftrag seiner mehr als 60 Mitglieder verfolgt der VeR das Ziel, E-Invoicing als Standard zu etablieren, sodass Unternehmen aller Größen einfach und sicher am elektronischen Rechnungsaustausch teilnehmen können.

Mehr unter www.verband-e-rechnung.org

Über AFI Solutions GmbH

Die AFI Solutions GmbH ist führender Lösungsanbieter zur Digitalisierung und Optimierung von Dokumentenprozessen rund um SAP. Die AFI Lösungen decken den gesamten Purchase-to-pay- und Order-to-cash-Prozess ab. Als einziger Softwarehersteller am Markt bietet die AFI alles aus einer Hand: Mit dem RedPaperCenter als Managed Service können Unternehmen die Digitalisierung unterschiedlichster Papierdokumente einfach auslagern. Bei der Prozessoptimierung punktet AFI Solutions mit SAP-integrierten Softwarelösungen. Der cloudbasierte DocumentHub als Software-as-a-Service rundet das einzigartige Produktportfolio ab. Mit Standorten in Stuttgart, München, Köln und Hamburg betreut AFI Solutions über 800 zufriedenen Kundinnen und Kunden mit circa 200.000 Anwendenden weltweit. Die AFI Lösungen sind in über 20 Sprachen erhältlich und in über 100 Ländern im Einsatz.